Bücher, die das Leben verändern

16.02.2023

Bücher können seinen Leser verändern, bilden, Interesse wecken und die Fantasie anregen.
Bücher sollten auch die Welt verändern. Wenige Bücher schaffen es, eine ganze Menschheit zu verändern und zu beeinflussen, aber viele schaffen es, eine ganze Generation zum nachdenken zu bewegen.
Mit Büchern bin ich aufgewachsen. Als Kleinkind erbte ich die Bilderbücher meiner Schwester. Mir wurde aus Gebrüder Grimm vorgelesen, Stuwwelpeter lernte mich zu kämmen, Fingernägel zu schneiden und mich zu waschen. Der kleine Mann von Erich Kästner und Lukas, der Lokomotivführer von Michael Ende, begleiteten meine ersten Schuljahre.

Mein Vater las täglich Zeitung, meine Mutter, ihre Liebesromane und meine Schwester Bücher verschiedener Autoren. Ich las meine Kinderbücher hin bis zu Karl May, der mich meine ersten arabischen Abenteuer mit Kara Ben Nemsi miterleben liess. Wenn ich krank war, wurden mir Micky Maus geschenkt, die Comics strengten die Augen nicht so an, es gab ja nicht so viel zum Lesen.
Lesen war meine Freizeitbeschäftigung, beflügelte meine Imagination, liessen mich träumen von fremden Ländern, fremden Kulturen, fremden Menschen und Frauen. Aus Büchern lernte ich, sie lehrten mich.

Bücher aus einer Bibliothek liebte ich nicht. Ein gelesenes Buch bildete und bildet ein Teil von mir.
Ein Teil, der bei mir bleiben muss und nicht einfach zurück in ein Regal einer Stadtbibliothek gestellt werden kann und in Hände fällt, die meines Buches nicht würdig sind oder im schlimmsten Fall dort verstauben.
Erst während der letzten Jahre und dem Wandel zu einem Leben mit weniger Eigentum habe ich mich von Teilen meiner Büchersammlung getrennt. Schweren Herzens, aber bei einem Secondhand Shop in Basel fühle ich meine Bücher gut aufgehoben und wünsche ihnen neue enthusiastische Leser und Liebhaber.

Bücher wurden mir geschenkt, zu Weihnachten, zum Geburtstag und zum Namenstag. Zwischendurch für gute Noten, weil ich krank war oder einfach so, weil ich ein lieber Bruder, ein guter Freund bin.
Bücher wurden gekauft aufgrund einer Neuerscheinung eines bestimmten Autors, weil ich den Autor gerne las, aufgrund einer Empfehlung, aufgrund eines Artikels in der Zeitung oder einer Zeitschrift, durch Zufall. Stöbern in einer Buchhandlung ist eines der grössten Vergnügen, die ich kenne. Von Auslage zu Auflage, von Abteilung zu Abteilung. Der Titel eines Buches, beim anderen die Gestaltung des Umschlages, lässt die Zusammenfassung lesen. In Sekunden wird entschieden, ob für mich interessant oder nicht. Die Auswahl ist gross, der Entscheid fällt manchmal schwer.
Zu Hause blättere ich verloren die ersten Seiten des Buches durch. Lege es auf den Tisch und lese weiter im Buch, welches mich zurzeit interessiert, welches ich in Arbeit habe. Zwischen Kauf und dem Lesen eines Buches können Tage, ja sogar Monate und Jahre vergehen. Beim Lesen gibt es Bücher, die lassen mich nicht mehr los. Sie sind so spannend geschrieben, dass es eine zweite Lektüre braucht, um den tieferen Sinn zu erfassen und zu verarbeiten. Andere Bücher brauchen mehr Geduld, sind nicht einfach zu lesen. Weitere Bücher werden nicht nur gelesen, sondern inspirieren, Randnotizen werden nicht nur im Buch selber gemacht, sondern auf Zettel geschrieben, auf Karteikarten notiert. Viele der Bücher zeigen den weiteren literarischen persönlichen Weg auf. Verführen den Weltatlas vorzunehmen, bestimmte Musik zu hören und Rezepte auszuprobieren. Bücher zeigen den Weg zu weiteren Autoren zu weiteren Themen der Weltgeschichte. Sie prägen mich, mein Tun und mein Leben. Ich träume noch heute mit meinen bereits gelesenen Büchern, mit den Ideen deren Autoren und dem Leben der Protagonisten. Vielmals wünsche ich mir in der beschriebenen Zeit an den genannten Orten zu leben, zu erleben, was geschrieben steht.
Bücher zeigen mir den Weg auf, den ich gehe, mich bewege. Sie lassen mich mit mir zufrieden sein und meine eigenen Träume zu verwirklichen. Ein Leben ohne Lektüre kann ich mir nicht vorstellen. Ich liebe den Geruch der Druckerschwärze, ich liebe Teil zu sein eines fremden Lebens und mitzuleben.
Bücher sind Teil meines Seins und ich bin Teil meiner Bücher.