Elche

14.12.2025

Als ich ein Bild von der spanischen Stadt Elche auf meinem WhatsApp-Status veröffentlichte, fragte mich ein Freund, wo denn die Elche seien, er sehe sie nicht auf dem Bild. Ja, die kleine Stadt Elche, auch Elx genannt, ist wenigen bekannt und in Spanien selbst wohl erst seit dem Spiel mit Unentschieden von Real Madrid gegen diese Mannschaft im neuen Stadion etwas ausserhalb der Stadt.
Dabei liegt in Elche der grösste Palmenhain Europas, der sich mit den weltberühmten Palmen von Marrakesch messen kann. 

Der Palmengarten wird schon in der frühen Geschichte erwähnt. Während der arabischen Al-Andalus-Zeit erreichte er seine grösste Ausdehnung. Die Hainflächen wurden in einzelne Bereiche unterteilt und dazwischen wurde Landwirtschaft betrieben, wie wir es bis heute in nordafrikanischen Oasen kennen. In der Altstadt stehen mehr als 200.000 Palmen. Dieser Teil wird als der historische Palmenhain bezeichnet und bis heute können Besucher das aussergewöhnliche Bewässerungssystem bestaunen. Der Palmenhain von Elche ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Auf der Palmen-Route können Besucher durch die städtischen Parks mit ihren neoarabischen Gebäuden sowie die Gartenanlage Huerto del Cura spazieren. Im Museum im Huerto de San Plàcid erfahren Interessierte viele interessante Einzelheiten.

Die eigentliche Altstadt von Elche ist leicht versteckt hinter der alten Neustadt und hat enge Gassen, die nicht autofrei sind. Die kleinen Geschäfte und Cafés auf den verschiedenen Plätzen laden zum Verweilen ein. Ohne grössere Ortskenntnisse stösst der Besucher während seines Rundganges auf die Basilika und den Palast.

Der Palast war Teil einer Verteidigungsanlage, in der Jaime II. von Aragonien, Ramón Berenguer, Pedro IV. und die Katholischen Könige residierten. Heute beherbergt er das Archäologische Gemeindemuseum. Es wurde von Alejandro Ramos Folqués eingerichtet. Es zeigt archäologische Fundstücke, die an der Fundstelle La Alcudia im Parque de Elche entdeckt wurden, darunter einige Stücke aus der Bronze-, Kupfer-, Römer- und Araberzeit sowie eine exakte Replik der Dama de Elche. Das Original dieser Statue befindet sich im Archäologischen Nationalmuseum in Madrid.

Die Basilika Santa Maria wurde auf den Fundamenten der früher dort befindlichen Moschee errichtet. Als Jaime I. die Stadt eroberte, weihte er die Moschee dem christlichen Glauben und zu Ehren der Jungfrau Maria. Aufgrund des schlechten Zustands der Bausubstanz wurde der Bau im Übergangsstil von der Gotik zur Renaissance wiederaufgebaut. Die heutige Kirche ist jedoch nach neuerlichen Umbauten im 17. Jahrhundert dem Barock zuzuordnen. Das Hauptportal ist barock, reich dekoriert und von einzigartiger Schönheit. Das Tor des San Agatángelo hat seinen Namen von einer Skulptur, die den Heiligen zeigt und sich im oberen Teil des Tors befindet.

Nur wenige Kilometer von der Provinzhauptstadt Alicante entfernt lohnt sich ein Besuch. Am besten parkt man etwas ausserhalb, doch der eigentliche Stadtkern ist fussläufig schnell erreicht. Die Stadt wird durch den Palmenhain und den Fluss Vinalopó getrennt, der hier in einem betonierten Bett fliesst. Auf der Seite der Neustadt finden sich moderne Geschäfte bis hin zu einem Corte Inglés.

Planen Sie auf Ihrer kommenden Fahrt in den Süden bitte einen Besuch von Elche ein, auch wenn es dort keine Rentiere gibt!