Jospeh Roth

20.12.2022

Moses Joseph Roth war ein österreichischer Schriftsteller und Journalist. Roth stammte aus einem bürgerlichen Elternhaus galizischer Juden. Während seines Studiums der Germanistik an der Universität Lemberg und später in Wien verfasste er seine ersten literarischen Arbeiten. Zum Ende seiner Militärzeit wandte sich Roth, der am Ersten Weltkrieg als Soldat teilnahm, dem Journalismus zu. Das Gebiet der galizischer Juden und die Universitätsstadt Lemberg (Liviv) gehören heute zum Gebiet der Ukraine.

Das Leben spielt Andreas übel mit. Tagsüber streunt er durch die Strassen von Paris, nachts schläft er unter einer Brücke der Stadt, zugedeckt mit Zeitungen, neben sich immer eine Flasche Schnaps.
Dann geschieht ein Wunder. Eines Abends gibt ein eleganter Fremder dem Clochard 200 Franc, aber mit einer Bedingung. Andreas möge das Geld der Heiligen Therese von Lisieux in der Kapelle Sainte- Marie des Batignolles zurückgeben, sobald es ihm finanziell wieder besser gehe. Andreas gönnt sich mit dem Geld als erstes ein warmes Essen und ein Besuch beim Friseur. Der kommende Tag hält ein neues Wunder bereit, er findet Arbeit. Das Leben meint es wieder gut mit ihm! Weitere Glücksfälle treten ein. Andreas kauft sich eine gebrauchte Brieftasche zur Aufbewahrung seines Vermögens und findet darin weitere tausend Francs. Er wird, wie versprochen, das Geld schon bald zurückgeben können, sofern das Glück bei ihm bleibt. Gleich nach dem nächsten Pernod. Dazu kommt es nicht. Der Trinker fällt um und stirbt. Der letzte Satz der Legende vom heiligen Trinker, die Joseph Roth als sein literarisches Testament bezeichnete, lautet:
"Gebe Gott uns allen, uns Trinkern, einen so leichten und so schönen Tod!"
Dem Autor selbst war ein einfacher Tod nicht vergönnt. Roth starb 1939 in einem Armenkrankenhaus.
Und uns lass weiterleben und nicht nur viele gute Rotweine trinken, sondern spannende Literatur lesen.