Kaioruan, Tunesien

29.11.2022

Sousse ist nach Tunis und Sfax die drittgrößte Stadt des Landes. Nur 140 km von der Hauptstadt und 18 km vom internationalen Flughafen von Monastir entfernt. Die kilometerlangen, feinsandigen Strände gehören mit zu den Besten des Landes. Die Stadt selber bietet verschiedene Sehenswürdigkeiten wie die hervorragend restaurierte Medina, ein umfangreiches Besichtigungsprogramm, komfortable Hotels, Einkaufs-, Sport- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Sousse ist der ideale Badeort zum sich erholen und eignet sicher bestens als Ausgangspunkt zu vielen Städten und Sehenswürdigkeiten des Landes.

Kairouan, religiöses Zentrum Tunesiens
Gleich nach dem Frühstück geht es los ins rund 60 km entfernte Kairouan, Stadt die nach einer abwechslungsreichen Fahrt wie eine Fata Morgana vor uns auftaucht. Die malerische Medina ist vollständig von einer 3,5 km langen Wehrmauer aus braunen Lehmziegeln umgeben. Als religiöses Zentrum mit 300 Moscheen und zahlreichen Marabuts gilt Kairouan als die viertheiligste Stadt des Islam. Im 7. Jh. Drang Okba Ibn Nafi mit seinem Gefolge in den Maghreb vor, um den neuen Glauben auch außerhalb der arabischen Halbinsel zu verbreiten. Der Legende nach soll er einen Speer in den Boden gerammt haben, aus dem darauf eine Quelle entsprang, die mit dem heiligen Brunnen in Mekka in Verbindung stehen soll. Dies schien ein göttliches Zeichen und somit der Ursprung einer der wichtigsten Städte im islamischen Glauben. Bis zum Einmarsch der Franzosen im 19. Jh. durfte kein Ungläubiger die Stadt betreten.
Heute zählt Kairouan mit der Neustadt rund 100.000 Einwohner. Außer der Landwirtschaft, den traditionellen Gewerben wie Seiden- und Deckenweberei, der Lederherstellung und der Teppichknüpfer ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftszweig geworden.

Die Zufahrtsstrasse führt direkt zum großen Parkplatz am Bab El Jeladin. Hinter dem Tor beginnt eine Strasse mit unzähligen Souvenir- und Teppichläden und führt vorbei an verschiedenen Monumenten bis zum eigentlichen Marktplatz. Besonders malerisch ist das Bild am Montag mit dem Wochenmarkt. Berberfrauen in ihren traditionellen weiten rotkarierten Kleidungen und mit Silberschmuck behängt, kommen aus den umliegenden Dörfern und Weilern zum Einkauf und zum Tratsch. Bevor man zur Hauptmoschee gelangt, sollte man in der Altstadt die Zaouia Sidi Abid El Ghariana, ein wunderschönes Gebäude aus dem 14. Jh. mit einer herrlichen Holzdecke besichtigen. Ein braunes Backsteinhaus beherbergt den legendären Brunnen Bir Barouta. Das heilige Wasser ist sauber, schön kühl, schmeckt köstlich und soll auch Heilkräfte enthalten.
Durch labyrinthartige Gassen gelangt man zur Grossen Moschee, Okba Ibn Nafi. Der Besucher darf nur in angemessener Kleidung den riesigen Innenhof betreten. Von dort hat man aber einen schönen Blick in den imposanten Gebetssaal mit über 400 Marmorsäulen im syrisch-omaijadischer Tradition mit kostbaren Bagdader Lüsterfliesen verziert. Im Hof und auf einer Plattform errichtet, steht eine Sonnenuhr, mit deren Hilfe die täglichen fünf Gebetszeiten bestimmt werden.