Olvera

28.06.2026

Wenn man auf der A92 in Andalusien Richtung Westen fährt und sich die bekannten Orte Setenil, Ronda, Arcos oder sogar Cádiz ansehen möchte, schlägt Google Maps vor, die Autobahn auf Höhe von Antequera zu verlassen und auf die Hauptstrasse A-384 abzuzweigen. An manchen Stellen wird die Strasse zurzeit erneuert, begradigt und ausgebaut. Trotzdem lohnt sich die Fahrt über die Felder, vorbei an Sonnenblumen und Getreide. Bald thront auf der rechten Seite eine grössere Stadt auf einem Hügel. Typisch für Andalusien stehen oben auf dem Berg eine alte Festung und eine Kirche, die beide schon von weitem gut sichtbar sind. Auch wenn das eigentliche Reiseziel einer der zuvor erwähnten Orte ist, lohnt sich eine Pause in Olvera. Fahren Sie durch die Neustadt bis zur Altstadt, wo sich die Parkplätze befinden. Nun heisst es, den Hügel zu erklimmen.

In der Gemeinde Olvera in der Comarca de la Sierra de Cádiz, im nordöstlichen Zipfel der Provinz Cádiz, leben um die 10.000 Menschen. Der historische Ursprung der heute vor allem für ihr hervorragendes Olivenöl bekannten Stadt liegt mangels genauer Quellen etwas im Dunkeln. Archäologische Funde deuten jedoch darauf hin, dass dort einst Kelten, Westgoten, Römer und Mauren siedelten. Olvera wurde im Jahr 1327 erstmals urkundlich erwähnt.

Die Stadt lebt noch heute primär von Ackerbau, Landwirtschaft und Viehzucht und galt lange Zeit als ausgesprochenes Auswanderungsgebiet. Lokale Emigranten verschlug es in die ganze Welt. Seit 1983 geniesst die Stadt den besonderen spanischen Denkmalschutzstatus eines Conjunto histórico-artístico.

Ausschlaggebend dafür sind unter anderem die im 17. Jahrhundert erbaute Kirche Parroquia de Nuestra Señora de la Encarnación, die im 16. Jahrhundert errichteten Klöster Santuario de Nuestra Señora de los Remedios und Convento de Caños Santos, die auf dem höchsten Punkt Olveras gelegene ehemalige arabische Festung Castillo de Olvera aus dem 12. Jahrhundert sowie der über 700 Jahre alte Stadtteil Barrio de la Villa mit seinen engen Gassen und eng beieinander stehenden Häusern. Gleich neben dem Eingang zur Burg befindet sich ein Gewölbegang, der zum alten Friedhof führt. Der Eintritt zur Burg (2 €) löst man im Tourismusbüro, wo es auch ein archäologisches Museum gibt.

Wir parken das Auto knapp unterhalb des Dorfplatzes, den man durch einen Torweg erreicht und auf dem sich das Gemeindehaus und eine Kneipe befinden. Gleich daneben geht es steil hinauf zum Platz der Kirche, wo sich das Tourismusbüro und der Eingang zur Burg befinden. Der Aufstieg zur Burg ist zwar steil, doch die Aussicht auf die Stadt und die Umgebung sowie das kühle Bier, wenn man wieder im Dorf ist, lohnen sich.

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